Dr. Frank Heitmann, Credit Suisse, Dozent Prof. Dr. Burkhard Bamberger, Sebastian Schmitz von Moelis und Jan Lucas, Senior Partner Acxit (v.l.n.r), tauschten sich über Karrieren im Investmentbanking aus.
Staatliche Regulierung, Brexit und US-Politik – auch gut zehn Jahre nach der großen Finanzkrise kann von Ruhe an den Märkten keine Rede sein. Beim 3. Finanzsymposium an der ISM Frankfurt/Main standen die Investmentbanken im Mittelpunkt der Diskussionen.

Ihre Profitabilität ist im Zuge der Finanzkrise und der strengeren Regulierung gesunken. Einige von ihnen haben in den letzten Jahren das Privatkundengeschäft für sich entdeckt – unter anderem Goldman Sachs. Executive Director Dr. Eva Maria Wiecko schilderte, wie die Bank in den USA seit kurzem mit  ihrerOnline-Kreditplattform "Marcus" Kredite für jedermann vergibt.  

Mit möglichen Auswirkungen des Brexits auf die EU und speziell den Finanzplatz Frankfurt beschäftigte sich Dr. Lutz Raettig, Aufsichtsratsvorsitzender von Morgan Stanley, in seiner Keynote. „Wenn London 10.000 Banker verliert, fällt das kaum auf. Wenn aber 10.000 von ihnen eines Tages in Frankfurt stehen, haben wir eine Revolution“, sagte er. Zum Vergleich: In London arbeiten rund 700.000 Menschen im Finanzsektor, in Frankfurt sind es 75.000. Grundsätzlich sieht er die Mainmetropole aber gut für die Zukunft gerüstet.

Aus seinen Erfahrungen im Transaktionsbereich (M&A) berichtete Dr. Michael Drill, Vorstandsvorsitzender von Lincoln International. Er gab Einblicke in den Berufsalltag eines M&A-Beraters und wagte auch einen Blick in die Zukunft: So geht er davon aus, dass Unternehmensverkäufe nach Asien weiter steigen und die M&A-Aktivitäten auch in Deutschland zunehmen werden.

„Ich kannte Lincoln International bisher nicht und war überrascht zu hören, dass die Bank führend im Bereich Mid-Markets, also dem Mittelstand, ist“, erzählt Denis Löwe, der seinen Master in Management Finance macht. Für das Finanzsymposium hatte sich der berufsbegleitende Student extra Urlaub genommen und wurde nicht enttäuscht. „Natürlich fällt es nicht ganz leicht, sich bei 27 Grad den ganzen Tag drinnen aufzuhalten, aber es hat sich gelohnt. Die Referenten, besonders Herr Dr. Lutz Raettig, waren allesamt hochkarätige Gäste.“