Profis für Forschungsdesign und Projektmanagement: Die Studierenden aus dem B.Sc. Psychology & Management

 

Die besten Mitarbeiter finden – für viele Unternehmen gar nicht so einfach angesichts des Fachkräftemangels. Fest steht: Das Recruiting wird sich ändern, doch wie? In einem Forschungsprojekt haben Studierende des B.Sc. Psychology & Management gemeinsam mit Prof. Dr. Ute Rademacher die psychologischen Anker- und Framingeffekte mit Blick auf Stellenanzeigen untersucht.

Ist das Glas nun halb voll oder halb leer? Ob wir das zur Hälfte gefüllte Glas als Gewinn oder Verlust wahrnehmen, hängt stark von der Art und Weise ab, wie Informationen präsentiert werden. In der Psychologie bezeichnet man dies als Framing. In einem Online-Experiment wollten Hamburger Studierende herausfinden, ob sich dieser Effekt auch auf den HR-Bereich übertragen lässt. Das studentische Forschungsteam entwickelte deswegen unterschiedliche Stellenanzeigen: ein Stellenangebot eines attraktiven Arbeitgebers im Vergleich zu einer anonymisierten Ausschreibung. Zudem wurde den Studienteilnehmern ein fiktives Durchschnittseinstiegsgehalt genannt, das entweder über oder unter dem in der Stellenanzeige genannten Gehalt lag. Durch dieses geschickte Vorgehen war das Gehalt im Vergleich zum gesetzten Anker entweder ein Gewinn oder ein Verlust.

Was besagen die Ergebnisse der Studie? Weder der Framing- noch der Ankerfekt scheinen im Recruiting zu wirken. „Wir vermuten, dass die Suche nach dem passenden Arbeitgeber so vielschichtig ist, dass die Effekte hier nicht greifen“, erklärt ISM-Studentin Laura Riebel. Hat sich das Projekt denn gelohnt? „Was ich vorher theoretisch über Forschungsdesigns , Hypothesen und Datenerhebung gelernt habe, kann ich jetzt praktisch umsetzen.“ Für das Forscherteam war das Projekt ein echter Gewinn. „Ganz beiläufig haben wir viel über die Projektarbeit gelernt – wie wichtig Meilensteine, Zeitmanagement aber auch die Teammotivation sind“, ergänzt Catharin Wessel.