Immer mehr Berufseinsteiger entscheiden sich für ein berufsbegleitendes Bachelor-Studium, häufig sogar parallel zu ihrer Ausbildung. Tobias Kaufmann und Jana Mlinski zeigen, was es heißt, neben der Arbeit zu studieren.

Jeden Freitag macht Tobias Kaufmann pünktlich um 12 Uhr Feierabend. Für den 21-Jährigen bedeutet dies aber keinesfalls das Einläuten des Wochenendes. Vielmehr macht er sich auf den Weg von Gronau nach Köln, um Vorlesungen an der ISM zu besuchen. Ähnlich geht es auch seiner Kommilitonin Jana Mlinski. Wenn ihre Freunde freitagabends ins Kino gehen, sitzt sie in der Hochschule und büffelt BWL. Dennoch – die Entscheidung für ein berufsbegleitendes Studium bereuen beide nicht.

Bis vor Kurzem befand sich Kaufmann sogar noch inmitten seiner Abschlussprüfungen für seine Berufsausbildung zum Bankkaufmann. „Das war schon eine Doppelbelastung, aber ich weiß, was ich mit diesem Studium erreichen kann und was für Türen es mir öffnet“, so Kaufmann. „Außerdem geht diese anstrengende Zeit ja auch wieder vorbei.“

Auch Mlinski arbeitet in Vollzeit. Neben dem Studium hat sie eine 40-Stunden-Woche als Finanzbuchhalterin in einer Werbeagentur zu bewältigen. „Ich habe mich bewusst für ein berufsbegleitendes Studium entschieden, da ich den Praxisbezug brauche. Auch wenn das bedeutet, dass ich in meiner Freizeit zeitliche Abstriche machen muss.“ Auch Mlinski hat ihr Ziel vor Augen. Ihre berufliche Zukunft sieht sie in einer leitenden Funktion im Bereich Controlling. Für ihr berufsbegleitendes Studium bekommt Mlinski viel Anerkennung von ihrem Chef. „Er hat sehr begeistert reagiert und bewundert mich für meinen Ehrgeiz“, erzählt die 23-Jährige.

Auch von ihren Freunden erfahren Mlinski und Kaufmann Unterstützung. „Meine Freunde haben dafür Verständnis, dass ich auch mal keine Zeit habe, weil ich lernen muss“, so Kaufmann. „Mein Privatleben findet aber trotzdem noch statt, nur muss es jetzt eben besser geplant werden als früher.“ Und auch Mlinski schafft den Spagat zwischen Arbeit, Studium und Freizeit. „Wenn man den Willen, die Disziplin und die Motivation hat, ist das berufsbegleitende Studium gut zu schaffen“, so Mlinski. „Man sollte sich nur vorher im Klaren sein, dass man seine Prioritäten eben etwas anders setzen muss.“  

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