Projektleitung: |
Prof. Dr. Ralf Ziegenbein |
Mitarbeiter: |
Sonja Kratzmair |
Laufzeit: |
4.10.04 – 25.02.05 |
Förderung: |
4.500 Euro |
Projektpartner: |
Kath. St. Johannes-Gesellschaft, Dortmund |
Aufgabenstellung: |
Durch eine statistische Evaluation sollte die Qualität des Initialassessments nach Blaylock (BRASS) hinsichtlich der Sensitivität und der Spezifität beurteilt werden. Das Ergebnis sollte zeigen, ob das Instrument in seiner Urform in Deutschland und insbesondere in den Einrichtungen des St. Johannes-Hospitals, Dortmund, eingesetzt werden kann, oder ob Modifikationen in der Skala vorgenommen werden müssen. |
Methode, Vorgehensweise: |
Die Evaluation erfolgte in zwei Stufen. In der ersten Stufe wurde parallel zum derzeitigen Verfahren durch die Pflegekräfte bei allen Patienten das Initialassessment auf Basis der Blaylock-Skala durchgeführt. Das Ergebnis des Assessments sowie das Ergebnis aus der Beratung des Patienten (Entlassungsmanagement) werden erfasst. In der zweiten Stufe wurde bei (fast) allen Patienten nacherhoben, welche Versorgungsleistungen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus tatsächlich in Anspruch genommen wurden. |
Ergebnisse: |
Die Untersuchung zeigte, welcher Score erreicht werden muss, damit der Patient einer Entlassungsplanung (Stufe 2) zugeführt wird. Schlägt Blaylock einen Grenzscore von zehn vor, so hat sich in der Untersuchung für die eingedeutschte Variante
herausgestellt, dass bereits ein Score von neun für eine Entlas-sungsplanung spricht. Bei einer Gruppe von insgesamt 566
Patienten, wovon 73 Prozent chirurgisch und 27 Prozent internistisch behandelt wurden, konnte herausgefunden werden, dass so
eine korrekte Zuordnung zu den beiden Gruppen (a) mit Entlassungspla-nung und (b) ohne Entlassungsplanung in 97 Prozent der
Fälle erreicht wird (Sensitivität: 96,2 Prozent; Spezifität: 97,1 Prozent). Damit kann das entwickelte Instrument als höchst
trennscharf eingestuft werden und zwar für den chirurgischen ebenso wie für den in-ternistischen Bereich. Das Risiko einer
Unterversorgung des Patienten im Rahmen der Weiterversorgung nach dem stationären Aufenthalt im Krankenhaus beträgt
lediglich 3,8 Prozent. |