Praktikum bei Abercrombie & FitchModemarketing made in USASchon nach dem ersten Semester an der ISM hatte ich das Glück, ein Praktikum bei einem der erfolgreichsten Modeunternehmen in Nordamerika – Abercrombie & Fitch – machen zu können. Spätestens seit der Moderator Stefan Raab in seiner Sendung TV total bei Pro-Sieben Kleidung der Marke trägt, dürfte sie Marke auch in Deutschland jedem bekannt sein. Mein Aufgabefeld als Assistent des General Managers in der Region von Philadelphia war vielfältig. Ich betreute das Verkaufspersonal, die sogenannten Sales Reps, unterstützte den General Manager, führte Recherchen durch und bereitete Bewerbungsgespräche vor. Zudem verbrachte ich ein paar Tage in New York, wo neben der Arbeit ausreichend Zeit zur Erkundung des Big Apple blieb. In einer der aufregendsten Städte der Welt habe ich mich direkt wohl gefühlt und war fasziniert von der Geschwindigkeit der Menschen. Allgemein scheint im Nordosten der USA in der Arbeitswelt alles viel schneller zu gehen als in Europa. Entscheidungen werden rasch und entschlossen getroffen. Nicht der Weg, sondern das Ergebnis zählt. Dennoch habe ich bei Abercrombie & Fitch eine unglaublich entspannte Arbeitsatmosphäre erlebt. Die Mitarbeiter waren ausgesprochen locker und sympathisch. Jeder – auch der Chef – wurde mit seinem Vornamen angesprochen. Das Team war zumeist sehr jung und nach der Arbeit sind wir oft zusammen etwas trinken gegangen. Da Abercrombie & Fitch qualitativ hochwertige Kleidung für modebewusste, junge Menschen herstellt, war der Dresscode im Büro entsprechend: Blue Jeans, Polo-Shirts oder Hemden und dazu vorwiegend Flip Flops. Nicht nur die Mitarbeiter im Büro, sondern vor allem auch die Verkäufer in den Abercrombie & Fitch Filialen müssen extrem modeaffin sein. Was in den Shops passiert, wird in der Zentrale bis ins kleinste Detail geplant. Um den Kunden eine angenehme Atmosphäre zu bieten, werden die Produkte zweimal täglich mit Parfüm eingesprüht.
Thomas Pijanowski Es wird exakt geplant, wie die Kleidung z.B. auf den Warentischen positioniert wird und die Verkäufer sind ausnahmslos attraktiv. Models müssen als Mitarbeiter im Unternehmen gearbeitet haben, bevor sie in Abercrombie & Fitch-Anzeigen zu sehen sind. So soll eine Identifikation mit der Kultmarke gewährleistet werden. Insgesamt war es sehr lehrreich, ein perfekt durchdachtes Marketing-Konzept zu erleben. Mein Erfahrungshorizont hat sich durch das Praktikum auch außerhalb der Arbeitswelt enorm erweitert. Menschlich und kulturell habe ich vieles dazu gelernt. Anders als erwartet, sind die meisten Menschen im Nordosten an weltpolitischen Geschehnissen interessiert, hilfsbereit und offen. Mein Bild von den USA ist noch positiver geworden und ich könnte mir durchaus vorstellen, später dort zu arbeiten. Bereits im August zieht es mich wieder in die USA, um meine fachlichen Kompetenzen zu vertiefen. Nach meinem Abschluss an der ISM werde ich zwei Semester an die University of North Carolina, einer der Top-Hochschulen des Landes, studieren. Dank guter Noten, zahlreicher Essays und einem erfolgreichen Bewerbungsgespräch in Berlin habe ich hierfür ein Fulbright-Stipendium erhalten. Eine tolle Chance sich im Land der ungegrenzten Möglichkeiten ein weiteres Mal umzusehen. Thomas Pijanowski |