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Karriere in der ModebrancheDas Studium an der ISM ist vorbei und der Traumjob ist in der Tasche. Hier also ein kurzer Rückblick wie es dazu gekommen ist. Begonnen hat alles während meines erstes Auslandssemesters in La Rochelle in Frankreich. Nach einer Banklehre und dem Grundstudium als Werkstudent bei der Commerzbank wurde mir klar, dass ich nicht den Rest meines Lebens das Geld fremder Leute optimieren wollte. Es war Zeit für einen Kurswechsel hin zu einem Unternehmen und einer Branche, die mir wirklich Spaß machen würden. Mir fiel ein, wie sehr ich mich über meinen ersten Anzug von Hugo Boss für meinen Abi-Ball gefreut hatte. Das Auslandspraktikum stand vor der Tür und da ja New York angeblich das Zentrum der Modebranche sein sollte, bewarb ich mich bei der Hugo Boss Fashions Inc. in New York City. Zweifel über mangelnde Erfahrung schob ich mit dem Gedanken: "Wenn Du etwas wirklich willst, dann geh da raus und hol's Dir!" beiseite. Drei Monate und eine dreiste Visagebühr später stand ich in Spanish Harlem und schaute entgeistert auf die einzige Absteige in ganz Manhattan, die ich mir leisten konnte. Zum Glück verbrachte ich die nächsten Monate fast ausschließlich im Showroom von Hugo Boss oder unterwegs mit Kollegen und Freunden. Nach wenigen Tagen wusste ich, dass es richtig ist genau das zu machen auf das man wirklich Lust hat. Die Kombination aus jungen und verrückten Kreativen, bodenständigen deutschen Betriebswirten, coolen Klamotten und einem riesigen Marketingbudget war der Wahnsinn!
Jan Mangold, Nach viel zu kurzer Zeit und mit einem riesigen Schlafdefizit stand ich dann wieder in Frankfurt am Flughafen und vor der Frage: "Wie geht's weiter?" Mir war klar geworden, dass ich mir die Branche genauer ansehen musste! Ich wusste, dass es nicht überall in dieser Branche so glamourös zugehen würde wie in den letzen drei Monaten. Also mussten mehr Erfahrungen her! Beim Alex Day der ISM lernte ich die Personaler von Peek & Cloppenburg kennen und fing kurz darauf ein Junior-Trainee-Programm bei P&C in Dortmund an. Das bedeutete Schulungen, Seminare und Super-Betreuung, aber vor allem: Verkaufen, verkaufen, verkaufen! Eine ganz andere Perspektive, eine ganz andere Erfahrung und unglaublich wertvolle Basisarbeit. Und ich merkte immer mehr, dass ich das Richtige gefunden hatte! Im Projektpraktikum wollte ich dann weitere Aspekte der Modeindustrie kennen lernen. Hier kam dann ein weiteres Mal das Glück ins Spiel! Im Hamburger Showroom der Firma Mexx war ein Mitarbeiter ausgefallen, und ich wurde gefragt, ob ich übergangsweise den Vertrieb der Damenlinie in Norddeutschland übernehmen wollte. Schließlich hätte ich ja schon einige Erfahrungen in dieser Branche gesammelt. Merke: Der "rote Faden" spielt doch eine Rolle! Ich sagte sofort zu! Aber spätestens als die ersten Inhaberinnen von kleinen Damenboutiquen an der Ostsee mit mir über Passformprobleme bei gerafften Tanktops diskutieren wollten, merkte ich, dass ich mir da ganz schön was zugetraut hatte. Nach stundenlangem Durcharbeiten der Infobroschüren und einigen Nachhilfestunden und privaten Modeschauen der Kolleginnen war ich tatsächlich in der Lage, die besorgten Boutiqueinhaberinnen zu beruhigen. Nach dem zweiten Auslandssemester kehrte ich zurück zur Boss-Familie, um meine Diplomarbeit in der Geschäftsfeldentwicklung zu schreiben. Eine weitere unheimlich wertvolle Erfahrung und ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Retail Manager, aber auch die Erkenntnis, dass Metzingen wirklich am Ende der Welt liegt! So, das war er. Der kurze, unvollständige und viel zu subjektive Bericht über die Berufsfindung eines Absolventen!! |