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Carsten Wortmann im Kundengespräch"Das vielzitierte Potenzial Chinas wollten wir auf eigene Faust nutzen", beschreibt Carsten Wortmann die Idee zur eigenen Unternehmensgründung. Der ISM Alumnus ist General Manager von Global Advance, einer internationalen Unternehmensberatung, die sich auf Projekte in China und Europa spezialisiert hat. Die Begeisterung für fremde Länder und Kulturen hat Carsten Wortmann bereits während seiner Auslandssemester und -praktika im Rahmen seines internationalen Management-Studiums an der ISM gepackt. So war er nach seinem Abschluss 1996 zunächst für verschiedene Unternehmensberatungen tätig, bevor er als Geschäftsführer die Verantwortung für die südchinesische Niederlassung eines mittelständischen Industrieunternehmens übernahm. "Nach ein paar Jahren wurde mir klar, dass ich die Aufgabenvielfalt, die typisch für die Tätigkeit in einer Unternehmensberatung ist, vermisste und lieber wieder beratend tätig sein wollte", erzählt Wortmann. So kehrte er in eine Unternehmensberatung zurück, wo er seine heutige Geschäftspartnerin Da Li-Schumann, eine Chinesin, kennen lernte. Schnell entstand die Idee, sich selbständig zu machen und auf Internationalisierungsprojekte in Europa und China zu spezialisieren. Gesagt. Getan. Mittlerweile gehören kleine und mittelständische Unternehmen, die auf dem chinesischen Markt aktiv werden wollen ebenso wie chinesische Firmen, die den europäischen Markt nutzen möchten, zu ihrem Kundenstamm.
Carsten Wortmann im Kundengespräch "Diese Markterweiterung ist mit vielen Herausforderungen verbunden, an denen rund 80 % aller Unternehmen scheitern. Gründe hierfür sind neben dem hohen Aufwand vor allem Sprachbarrieren und fehlende China-Kenntnisse. Häufig wird auch der Fehler gemacht, China als ein Land zu betrachten, obwohl die regionalen Unterschiede sehr groß sind. Die Beratungsleistungen von Wortmann und Li-Schumann variieren in Abhängigkeit zum Kunden stark. "Während ein Kunde die komplette Beschaffung in China über uns abwickelt, übernehmen wir meistens zeitlich begrenzte Projekte von rund dreimonatiger Dauer." Das Team unterstützt beispielsweise bei der Gründung von Handelsfirmen, Joint Ventures oder Produktionsbetrieben, indem es Hilfestellung bei Verhandlungen leistet, Steuerfragen klärt, den Eintrag ins Handelsregister organisiert und notwendige Versicherungen abschließt. Daneben gibt es Firmen, für die Wortmann und Li-Schumann die Personalrekrutierung, die Suche nach Lieferanten, Qualitätssicherung, Marketing und Vertrieb übernehmen. Nicht zuletzt bieten sie Messebetreuungen, Übersetzungen von Werbemitteln ebenso an wie das Dolmetschen bei Verhandlungen. Letzteres ist sehr wichtig, da gerade der persönliche Kontakt in China eine wichtige Rolle spielt und hier kulturelle Besonderheiten besonders beachtet werden müssen. Amüsieren kann sich Carsten Wortmann immer noch über die Geschichte eines chinesischen Lieferanten, der nicht liefern konnte. "Anstatt zu sagen, dass er momentan nicht liefern könne, hat er uns zunächst erzählt, die Ware sei verschifft. Kurz vor der Ankunft des Schiffs erklärte er mir am Telefon, dass der Container mit unserer Ware vom Schiff gefallen sei - dabei war sie nie verladen worden." Solche Situationen sind nicht ungewöhnlich und man muss lernen, damit zu arbeiten. Neben vier Mitarbeitern in Deutschland arbeitet Global Advance auch mit einem Partnerunternehmen in Shanghai zusammen. "Für spezielle Projekte und Problemstellungen suchen wir immer die entsprechenden Experten. Zudem reise ich zwischen vier und zwölf Mal im Jahr nach China, um den Kontakt zu halten. Darüber hinaus sind Flexibilität und Toleranz Grundvoraussetzungen, um im chinesischen Markt erfolgreich zu sein. Denn überrascht wird man auch nach Jahren immer wieder. Für mich ist meine Tätigkeit gerade deswegen so interessant. |