Ergebnisse des Marktforschungsprojekt

Was Studenten von ihrer Bank erwarten

Banken habe die Zielgruppe Studierende fest im Visier. Doch was will der junge Kunde und welche Bank erfüllt die Vorstellungen der Studierenden heute am besten? Im Rahmen eines Marktforschungsprojektes unter der Leitung von Prof. Dr. Ernst Fahling, Daniela Lobin und Sonja Kratzmair, befragten 30 ISM-Studierende ihre Kommilitonen in Dortmund, Bochum und Münster an staatlichen und privaten Hochschulen und Universitäten. Insgesamt 727 Studenten (43%) und Studentinnen (53%) im Alter von 18 bis 35 Jahren gaben Auskunft über ihre Konsumgewohnheiten und Wünsche.

Die studentische Nachfrage konzentriert sich im Wesentlichen auf drei Banken: die Sparkasse (64%), die Volksbank (20%) und die Deutsche Bank (16%). Alle weiteren Kreditinstitute konnten maximal 5-8% der Befragten als Kunden gewinnen. Viele Studierende haben bereits Erfahrungen mit mehreren Finanzdienstleistern, da sie bei zwei (203 Personen) oder sogar drei Banken (74 Personen) Kunde sind. Dabei wird speziell die Direktbank DiBa nur als ergänzende Bank nachgefragt: Junge Menschen nutzen das Internet zwar, vertrauen aber nicht ausschließlich darauf. Dies erklärt, warum sie - so sie "nicht schon immer Kunde einer Bank waren" (40%) - sich für eine Bank in der Nähe (35%) entscheiden. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (55%) nutzen die Filiale gelegentlich oder sogar häufig, wobei sie mehr an dem Automaten als an dem Schalter interessiert sind. Beim Online-Banking scheiden sich die Geister. 40 Prozent nutzen diese Kommunikationsform nie, während die gleiche Anzahl häufig oder meistens mit der Bank online in Kontakt tritt.



Während heute beide Angebote auch parallel genutzt werden, zeigen die Ergebnisse, dass tendenziell die Filiale oder das Online-Angebot nachgefragt wird. Dabei haben Männer eine stärkere Präferenz für das Online-Banking als Frauen. Allerdings scheint der jüngere Kunde grundsätzlich eher weniger an einem Kontakt zur Bank interessiert zu sein - egal, welcher Vertriebs- bzw. Kommunikationskanal zur Verfügung steht. Dies mag daran liegen, dass Studierende nur wenige Produktangebote einer Bank nutzen. Zum Standard zählt das Girokonto (94%) und auch das Sparbuch hat seine Bedeutung noch nicht verloren (77%). Wertpapiergeschäfte machen nicht einmal ein Drittel der Befragten, Versicherungen nehmen ca. 10 Prozent in Anspruch und 7 Prozent sind Kreditnehmer. Doch wie gut erfüllen die unterschiedlichen Banken nun die Erwartungen im einzelnen? Zunächst haben alle Banken gut abgeschnitten, Verbesserungspotenziale sehen die jungen Kunden bei "Ihrer" Bank kaum. Die Volksbank erfüllt die Kriterien, die für Studierende am wichtigsten sind - Preis-Leistungs-Verhältnis, Service, Beratungskompetenz und Automatendichte - am besten. Verbesserungspotenziale bestehen bei der Automatendichte. Die Deutsche Bank punktet beim Service und kann bei den anderen drei Kriterien noch besser werden. Die Sparkasse erfüllt die Kundenwünsche bei der Automatendichte, wird aber bei Preis-Leistungs-Verhältnis, Service und Beratungskompetenz schlechter bewertet als Deutsche Bank und Volksbank. Die auf der Wichtigkeitsrangliste folgenden Kriterien Erreichbarkeit, Filialdichte und Auftreten erfüllen alle drei Banken zufriedenstellend. Aber auch die eher unwichtigen Aspekte wie Image und Kontaktaufnahme durch die Bank bewerten die Studierenden bei Sparkasse, Volksbank und Deutscher Bank ebenfalls gut. Bei der insgesamt sehr positiven Bewertung wundert es, dass knapp 30 Prozent der Studierenden schon mal das Kreditinstitut gewechselt haben. Gründe für einen Bankwechsel waren oder wären bessere Konditionen (38,9%), ein besserer Service (25,8%) und freundlichere Mitarbeiter (19,5%) sowie ein Umzug (19,8) oder die bessere Erreichbarkeit (17,8%). Fazit: Es ist für Banken nicht leicht Studierende als Neukunden zu gewinnen. Zufriedene Kunden und eine geringe Nachfrage nach Produkten bieten kaum Anknüpfungspunkte. Wer das Klientel überzeugen möchte, muss bessere Konditionen und besseren Service bieten als die Konkurrenz. Ideal ist auch ein Wohnortwechsel des Studierenden, um diesen als Neukunden zu gewinnen.

 Zurück zur letzten Seite


International School of Management (ISM) · Technologiepark - Otto-Hahn-Straße 19 · D-44227 Dortmund
Fon: +49 (0) 231.97 51 39 - 0 · Fax: +49 (0) 231.97 51 39 - 39 · ism.dortmund@ism.de
Sitemap · Kontakt · Impressum & Disclaimer